Fettleibigkeit

Auf der Kreuzfahrt von Alaska nach Hawaii begegneten mir eine Unzahl fettleibiger und übergewichtiger Menschen. Das bewog mich, mich nochmals in die psychosomatische Fachliteratur zu vertiefen. Ich wollte die psychisch-geistigen Hintergründe dieser Erscheinung nochmals befragen, um sie besser zu begreifen. Dabei meine ich nie lebende Personen, die darunter leiden, sondern stets die inneren Phänomene, welche, mangels Wissen, eine derartige Macht über Menschen ausüben, dass sie ihnen ausgeliefert sind.

Happy Buddha

Dieser lachende Dickling hat mit dem wahren Buddha nichts gemein.DSC00425

Die Legende erzählt: Happy Buddha war einst ein sehr schöner Mann und glich zum Verwechseln dem echten Buddha. Nur erleuchtet und weise war er in keiner Weise. Wo er erschien, traten Menschen an ihn heran, fielen auf die Knie und flehten um Hilfe. Sie wollten von ihm belehrt werden. Aber nie fand er kluge Worte darauf. Um diesen Zumutungen auszuweichen fand er keine andere Lösung als sich zu verunstalten. Er ergab sich der Völlerei, ass und trank im Übermass, so, dass er dick und fett wurde. Jetzt wurde er nicht mehr mit dem wahren Buddha verwechselt. Befreit davon begann er lautstark zu lachen, so stark, dass er heute noch zu hören ist.

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Da sah ich kürzlich eine Fernsehsendung. Da begegnete ein ungefähr fünf jähriges Mädchen in Begleitung seiner Mutter einer fettleibigen Person und ruft: „Schau, Mami, ist dieser Mann aber dick!“ Die Mutter ist empört und bestraft das Kind mit der flachen Hand aufs Maul. „Das sagt man nicht!“ Erstaunlich, da wird  ein Kind bestraft, weil es die Wahrheit sagt. Es hat richtig gesehen und seinem Eindruck Ausdruck gegeben. Der Mann war fett. Eine Tatsache. Woher soll es wissen, dass man das nicht sagt, weil Erwachsene zu feige sind zur Wahrheit zu stehen. Liebevolle Aufklärung wäre nötig. Die psychischen Hintergründe zur Fettleibigkeit sind zur genüge bekannt, so dass ein warmherziges Gespräch darüber für das Leben des Kindes eine segensreiche Unterrichtsstunde hergeben könnte. Das Nichtwissen um Hintergründe ist immer eine Behinderung für das geistige Wachsen.

Ich finde es immer bedenklich, wenn jemand die Wahrheit nicht äussern darf, gegenüber einem Wesen, das seine menschliche Berufung verleugnet und sich zum wandelnden Fettbrocken wandelt und sich dadurch dem gewollten Ausdruck der Schöpfung entzieht. Vergebungsunwilligkeit ist nur zu oft der psychische Hintergrund der Fettleibigkeit. Sie verweigern die göttliche Gestalt der Liebe und Schönheit und verunstalten sich selbst. Teilweise arrogant heischen sie zudem nach Rücksichtnahme und Mitleid. Der Anstand der gesellschaftlichen Normen verbietet, ihnen die Wahrheit ins Gesicht zu sagen.

Beim Lesen der psychosomatischen Literatur fällt auf, dass zwischen Fettleibigkeit und Übergewicht differenziert wird. Übergewicht beruht vorwiegend auf einem Mangel an seelisch-geistiger Erfüllung. Da kann reichliches Essen ein Gefühl von Fülle geben. Das macht sie zu gewichtigen Persönlichkeiten. Im Hintergrund der Fettleibigkeit hingegen steht in der Regel eine Überempfindlichkeit, ebenso ein Bedürfnis nach Schutz, Neid und eine Angst vor der eigenen, überreichlichen Wut. Fettleibige sind wandelnde Angst- und Wutbomben. Durch die verdrängte Wut strahlt ihr Körper eine Arroganz aus, die sich Respekt und Platz schafft. Sie lassen sich überall nieder und vergiften die Atmosphäre durch ihre Anwesenheit. Sie sind zu feige, sich selber zu begegnen.

Psychosomatisches Seminar:

Wissenschaftlich wurde bewiesen, dass menschliche Gefühle eine direkte Wirkung auf die Funktion unserer Körperzellen haben.

Ebenso wenig Zweifel gibt es, dass emotionaler Stress Organe angreift, sie schwächt und krank macht. Die Meisten haben schon erfahren, dass Ärger, Wut und Hass auf den Magen schlagen. Ein sehr unangenehmer Zustand. Viele können dann nicht mehr Essen. Wird dies zum Dauerzustand, werden solche Menschen zu ausgemergelten Leichtgewichten. Andere hingegen entdecken, dass sie diese unliebsamen Gefühle nicht mehr wahrnehmen, wenn sie sich satt essen, sich vollstopfen. Dann wird der Hass von einem Völlegefühl überdeckt. Allerdings nur für kurze Zeit. Bei leerem Magen ist der ganze Hass wieder da. Aber auch unter der Fettdecke wirkt er munter weiter. Er schleicht sich in die Stimme und Sprache der Betroffenen, in die Ausdünstung auch und beginnt so das unmittelbare Umfeld zu vergiften.

Hass ist das Gegenteil von Liebe und fliesst aus der gleichen Energiequelle. Auf der Bewusstseinsebene wäre eine Transformation durchaus möglich. Aber das scheitert bei Fettleibigen. Durch ihre Vergebungsunwilligkeit haben sie sich selber zum Leiden verurteilt.

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