Wenn alle Weichteile schmerzen

Weichteil-Rheuma – Fibromyalgie

Als Kunst- und Lehrtherapeut habe ich bereits in den siebziger Jahren darauf hingewiesen, dass bei Krankheiten auch die Psyche beteiligt sein kann. Die eigenen Erfahrungen wiesen stets von neuem darauf hin. Dabei feierte ich mit den Patienten etliche Erfolge. Deckte ich bei einem Leiden den psychischen Hintergrund auf, trat in den meisten Fällen eine Heilung ein. Einige Klienten erfuhren dabei ein Heilsein. Ich war damals nicht der Einzige, der zu solchen Ergebnissen kam. So schrieb Dr. Rüdiger Dalke, Arzt und Therapeut, Bücher zu diesem Thema. Auch Henry G. Tietze veröffentliche einige Bücher zu diesem Thema. Der Arzt Dr. Hamer ist eine Herausforderung an die traditionelle Medizin. Ein krasser Gegensatz.

Es ist bekannt, dass die westliche Schulmedizin die Möglichkeit psychischer Hintergründe einer Krankheit leugnet und lieber Medikamente verabreicht, statt die Patienten zu behandeln. Ganz im Sinne der Pharmaindustrie. Wer mit der Szene vertraut ist, weiss um die heutigen Auseinandersetzungen zwischen der germanischen Medizin, welche die Psyche radikal ins Spiel bringt und der westlichen Schul-Medizin, die auf ihrer Sturheit sitzen bleibt. Leider auf Kosten der Patienten, welche zu Medikamentenfressern erzogen werden.

Wenn man bedenkt, dass 25 % aller Patienten Psychosomatiker sind, die von der Schulmedizin falsch behandelt werden, kann jeder für sich selbst ausrechnen, welchen finanziellen Schaden, infolge dem Bildungsmangel der Behandler, dem Sozialwesen zugefügt wird. Der Mensch ist doch eine Ganzheit von Körper, Seele und Geist. Wie sollte da die Psyche bei einer Krankheit nicht beteiligt sein? Der fehlende Geist sollte wenigstens von der Medizin mitgebracht werden.

Ich bin nicht befugt, mich in den Verantwortungsbereich der Schulmedizin einzumischen. Ich weiss nur, dass durch meine Arbeit, selbst bei medizinisch unheilbaren Fällen, nach Aufdeckung des psychischen Anteils der Krankheit, rasche Heilung möglich wurde. Dazu brauchte es die Einsicht des Patienten. Nicht jeder war bereit für die Heilung, weil ihm die Krankheit einen Gewinn brachte. Ich hatte sogar Fälle, wo gewiefte Psychosomatiker gar Fachärzte regelrecht am Narrenseil herum führten. Solche Fälle können mit Hilfe von Medizinern gewissenlos das soziale System der Westlichen Kultur betrügen und ausbeuten.

Der Begriff Weichteilrheumatismus steht für eine Vielzahl sehr schmerzhafter Erkrankungen und Störungen nicht entzündlicher Natur. Er wird auch psychogener Rheumatismus genannt. Alles weist auf eine schwere psychosomatische Störung hin. Oft verdecken die Symptome eine Depression, die sogenannte larvierte (maskierte) Depression. Wer Heilung sucht muss sich mit dieser Depression auseinandersetzen. Es ist eine alte Binsenwahrheit, dass psychische Probleme Organe angreifen und mit der Zeit unheilbar schädigen. Das sollte die westliche Medizin endlich  zur Kenntnis nehmen, und sich nicht nur mit den Folgen, den Symptomen befassen.

Die Erscheinungsbilder der an Fibromyalgie erkrankten Menschen ist vielfältig. Hier zwei Impressionen, die jedoch nicht allgemein verbindlich sind.

Sie sass mir gegenüber. Eine sehr widersprüchliche Erscheinung. Ihre Ausstrahlung gab den Eindruck einer glücklichen, sinnlich geliebten Frau, welche das Lustprinzip eines Mannes durchaus anzuregen und zu stillen vermochte. Ihr Gesicht verriet nichts von den immensen Schmerzen, die sie angeblich quälten. Entweder stammte ihre Strahlung von den eingenommenen Drogen oder von einer sexualisierenden Frau, die mit der Strategie vieler Huren, ihr Erwünschtsein mit Männerfang und dem Schwanz in der Möse holte. Niemand konnte vermuten, dass sie unter Drogen stand. Einerseits ein Körper welcher das Bild einer glücklichen Frau lieferte, anderseits eine traumatisierte Psyche, welche das Gehirn zu Manipulationen verführte.

Die Frau litt an Weichteil-Rheumatismus, der auch psychogener Rheumatismus genannt wird. Das weist auf den psychischen Hintergrund dieser Krankheit hin. Genau wie die Patienten stehen die Ärzte dieser Krankheit hilflos gegenüber. Sie füttern ihre Klienten reichlich mit Medikamenten, welche den Schmerz betäuben ohne eine Heilung zu bewirken.

Wie üblich bei dieser Krankheit projizierte auch diese Frau ihre Schuldgefühle und machte damit andere für ihr unverträgliches Leiden verantwortlich. Das kann für einen Menschen, der sich auf einen solchen Fall einlässt, zum Verhängnis werden. Wird ein solcher „Fall“ noch von einer rächenden Absicht angetrieben, wird das Leben für den Partner bald einmal zur Hölle. Nichts aber auch gar nichts kann richtig gemacht werden. Manipulationen, Gefühlsausbeutung und Schuldzuweisungen sind alltäglich, verbal oder sehr oft auch non-verbal, meist durch konkludente Handlungen.

Ein hilfloser Helfer wird hier im Handumdrehen zum mitschuldigen Opfer und mit in die Verantwortung genommen, besonders dann, wenn er selbst, bewusst oder unbewusst, Schuldgefühle mit sich herum schleppt.

Die verdrängte psychische Störung dahinter basiert auf einer Depression, auf ein Nicht-Erwünschtsein bei der Geburt oder Abweisung durch einen Elternteil. Oft ist es auch ein Todesfall, der nicht aufgearbeitet wurde. Das ist aber nicht alles. Durch die Erziehung wurde den Betroffenen, aus einer falschen Moral heraus, beigebracht, dass Wut böse sei – sie fühlen sich böse und das isoliert, verschliesst sie. Niemand darf davon erfahren. Aus Angst von der Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden, verbergen sie das vermeintlich Böse. Aber wer sich emotional böse und schuldig fühlt bestraft sich in der Regel selber, oft mit Höllenqualen. Eine dieser Qualen kann Weichteil-Rheumatismus heissen.

Weichteilpatienten tragen ihr Leid meist gekränkt, von schmollen bis bockig. Beachtenswert aber, mit welcher Tapferkeit solche Menschen ihr Schicksal meistern. Ob ihr Verhalten echt ist bleibt dahingestellt. Es scheint als ob sie die Strafe Gottes schon zu Lebzeiten verbüssen möchten.

Eine einstige Klassenkameradin und Schulfreundin von mir erlitt ein besonders hartes Schicksal und wurde das „Opfer“ von Weichteilschmerzen. Nach einigen Bekanntschaften, heiratete sie einen Landwirt mit einem ansehnlichen Bauerngut. Das erste Kind, das sie gebar, brachte sie mit dem Down-Syndrom* zur Welt. Ein überaus harter Schlag für die junge Frau. Es folgten noch drei weitere Töchter, gesund und lebenstüchtig. Der erwünschte Sohn blieb aus. Kurz nach der Geburt der letzten Tochter starb ihr Mann. Nun stand sie alleine: Vier Töchter, eine davon geistig behindert und ein Bauerngut! Sie meisterte das Schicksal und brachte die vier Töchter und das Bauerngut über die Runden. Sie spürte jedoch immer wieder eine Wut auf ihren Mann, weil er ging und sie erbärmlich im Stich gelassen hatte, eine Wut auch auf das Schicksal, das sie derart heimsuchte. Sie konnte jedoch aus christlichen Glaubensgründen nicht zu ihren Gefühlen stehen. Als Kind wurde ihr beigebracht, dass Wut und Zorn böse sind. Täglich musste sie ihre Wut in Liebe umwandeln. Eine enorme Leistung. Als auch noch die behinderte Tochter, schon erwachsen, starb, begannen ihr die Weichteile zu schmerzen. Den Hof hatte sie schon früher einer Tochter und dem angeheirateten Mann (Schwiegersohn) übergeben. Jetzt hatte sie keine Möglichkeit mehr ihre Wut in Liebe zu transformieren, sich aufzuopfern und ihre Schuldgefühle in Überfürsorglichkeit umzuwandeln. Was blieb war die unverarbeitete Vergangenheit. So floss die wutbesetzte Energie schmerzhaft in die Weichteile. Ein erster Schritt zur Heilung wäre, der hinter der Wut verborgenen Trauer nachgeben und sie verarbeiten.

Jedes Gespräch, das zur Einsicht appellierte, blieb fruchtlos. Sie wollte und konnte nicht einsehen, dass Wut keine Sünde ist, dass die daraus entstehenden Schuldgefühle absurd sind und die Selbstbestrafung eine Handlung wider den schöpferischen Willen ist. Sie hatte eine Lebensphilosophie entwickelt, welche sie vor der Wahrheit schützte und von den echten Gefühlen abriegelte. Jede, auch nur geringste Nähe wusste sie mit oft verblüffenden Argumenten zu verhindern. Mit Intelligenz und Vernunft war ihr nicht beizukommen. Ihre Glaubenssätze waren stärker. Es gibt Menschen die leider therapieresistent sind. Jedes Bemühen wäre vergebliche Mühe.

* Down-Syndrom

Der englische Neurologe und Apotheker John Longdon-Down prägte 1866 den Begriff der Mongoloiden Idiotie (Mongoloid). Aus Rücksicht auf die Menschen in der Mongolei, welche diese Formulierung als rassistisch und beleidigend empfanden und auf Antrag eines mongolischen Delegierten, wurde 1965 diese Definition, an einer Sitzung des WHO, aus dem medizinischen Vokabular entfernt. Trotz der neuen Bezeichnung Down-Syndrom blieb der alte Begriff „mongoloid“ jedoch im Volksmund erhalten.

Bitte warten...